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Kapitaldienstfähigkeit

Krise, Kapitaldienstfähigkeit und Sanierung - die Finanz- und Wirtschaftskrise belastet den deutschen Mittelstand in nie dagewesener Weise.

Ein dramatischer Umsatz- und Gewinneinbruch zehrt am Eigenkapital vieler Unternehmen. Besonders betroffen sind die fixkostenintensiven, kleinen und mittelgroßen Betriebe, die ihre Kostenstruktur nicht schnell genug an die geänderten Rahmenbedingungen anpassen können oder wollen, weil sie im Aufschwung auf ihre bewährte Stammbelegschaft zurückgreifen möchten. Gerade für sie wird mit zunehmender Dauer der Krise die Aufrechterhaltung der Liquidität immer schwieriger. Aus der Ertragskrise droht immer mehr eine Liquiditätskrise zu werden. Daher achten die Kreditinstitute genau auf die Einhaltung des vereinbarten Kapitaldienstes. Bei eingeschränkter Kapitaldienstfähigkeit drohen die Kürzung der Kreditlinien oder die Kündigung des Kreditverhältnisses. Wird ein Kreditengagement erst einmal von der Bank abgewickelt, ist eine Insolvenz kaum noch abzuwenden. Dieses Schicksal könnte viele mittelständische Betriebe in einer Phase ereilen, in der der Aufschwung beginnt sich abzuzeichnen.

Die Aufrechterhaltung oder die Wiedererlangung der Kapitaldienstfähigkeit ist in der Krise eine zentrale Aufgabe der mittelständischen Betriebe.

Zur Abwendung einer akuten Liquiditätskrise und Vermeidung einer Insolvenz sind Sofortmaßnahmen zu ergreifen. In Frage kommen beispielsweise Bareinlagen der Gesellschafter, ein Ausgaben- und Investitionsstopp, Lohn- und Gehaltskürzungen oder die Zins- und Tilgungsstundung. Zur Wiedererlangung einer nachhaltigen Kapitaldienstfähigkeit müssen aber sämtliche Erfolgspotentiale des Unternehmens erschlossen werden. Das erfordert eine umfassende, betriebswirtschaftlich fundierte Betriebsanalyse, die schonungslos sämtliche Ursachen der Krise offen legt und geeignete Sanierungsmaßnahmen aufzeigt, mit denen die Kapitaldienstfähigkeit nachhaltig gesichert werden kann.

In der Praxis scheitern viele Sanierungen an der zu späten Einsicht des Unternehmers in die Krise. Ist die Krise weit fortgeschritten oder bereits ein Insolvenztatbestand erfüllt, bleibt kaum noch Zeit für notwendige Sofortmaßnahmen. Mit der Sanierung sollte daher in einem möglichst frühen Krisenstadium begonnen werden. Die Hinzuziehung eines erfahrenen Sanierungs- und Krisenberaters, der zusammen mit dem Unternehmen ein tragfähiges und zukunftsweisendes Sanierungskonzept erarbeitet, empfiehlt sich.

Bestandteil des Konzepts ist das Leitbild des sanierten Unternehmens. Das Leitbild umschreibt die Konturen eines Unternehmens, das in wirtschaftlicher Hinsicht mindestens eine nachhaltige, durchschnittliche, branchenübliche Umsatzrendite und Eigenkapitalquote aufweist. Ein solches Unternehmen ist jederzeit in der Lage seine Kapitaldienstfähigkeit zu leisten.

Der Nachweis der Kapitaldienstfähigkeit ist nicht nur in der Krise von großer Bedeutung.

Die Beurteilung der Kapitaldienstfähigkeit ist ein gesetzlich vorgeschriebener Pflichtbestandteil der sachlichen Kreditwürdigkeitsprüfung einer Bank. Die Fähigkeit eines Kreditnehmers, Zinsen und Tilgungen jederzeit erfüllen zu können, ist zukunftsbezogen anhand eines „erweiterten Cashflows“ darzulegen. Er soll aufzeigen, welche finanziellen Mittel nach Abzug von Ersatzinvestitionen, Entnahmen und Ausschüttungen für die Kapitaldienstdienstfähigkeit zur Verfügung stehen. Der „erweiterte Cashflow“ ist am besten aus einer mehrjährigen, integrierten Bilanz-, Erfolgs- und Liquiditätsplanung zu entwickeln. Diese muss auf plausiblen, nachprüfbaren Prämissen beruhen. Das stellt hohe Anforderungen an das interne Berichtswesen des Kreditnehmers und dessen Berater.

Die Banken müssen regelmäßig mit aktuellen Unterlagen und Informationen versorgt werden. In Betracht kommen unter anderem der (testierte) Jahresabschluss, Liquiditätspläne, betriebswirtschaftliche Auswertungen, Auftragsbestand, Umsatzzahlen oder Investitionsrechnungen. Auch unterjährig sollte eine aussagefähige Berichterstattung über den Geschäftsverlauf erfolgen. Angemessene Transparenz, Offenheit und Professionalität im Umgang mit Banken schaffen nicht nur Vertrauen, sondern verbessern auch das Rating und die Bonität der Kreditnehmer. Das ist für mittelständische Betriebe besonders wichtig. Unternehmen, die diese Grundsätze beherzigen, werden im Wettbewerb um knapper werdende Kredite Vorteile haben.


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Über den Autor

StB Harald Antoniak

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