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Riester-Rente

Wurden Riester-Sparer schlecht beraten? Zehn Jahre nach Schaffung der Riester-Verträge werden die ersten Auszahlungen fällig.

Bei der Höhe der zu erwartenden Riester-Rente ist zu befürchten, dass viele Riester-Sparer eine höhere, monatliche Zahlung erwartet hätten. Die Zahl der Riester-Sparer ist in den letzten Jahren kontinuierlich angewachsen. Im 3. Quartal 2010 hatten bereits mehr als 14 Millionen Anleger eine private Altersvorsorge in Form eines Riester-Vertrages abgeschlossen. Zehn Jahre nach Abschluss der ersten Verträge stellt sich bei den Riester-Rentnern die Frage, in welcher Höhe Sie denn überhaupt mit einer monatlichen Rente rechnen können. Die Höhe der zu erwartenden, monatlichen Zahlungen wirft schnell die Frage auf, ob die privaten Rentensparer vollständig und richtig beraten wurden.

Beispiel 1: Nach der gesetzlichen Regelung ist die Riester-Rente ab dem Rentenbeginn lebenslang und gleichmäßig zu zahlen. Ab dem 85. Lebensjahr übernimmt eine Versicherung dann diese Verpflichtung bis zum Lebensende des Sparers. Diese Versicherung wird aus den Sparbeträgen finanziert. Der damalige Sozialminister und Namensgeber Walter Riester wird so zitiert, dass damals ein Betrag in Höhe von zehn Prozent des Sparkapitals für diese Versicherung vorgesehen gewesen sei (Capital 04/2011). Nach heutigen Berechnungen geht man jedoch davon aus, dass rund 20 bis 30 Prozent des Geldes an die Versicherung fließen (Capital 04/2011). Dieser Betrag schmälert die ab dem Renteneintritt auszuzahlende, monatliche Rente. Erreicht der Riester-Anleger das 85 Lebensjahr nicht, hat er seinen Einsatz verloren. Diese, teilweise als Rentenroulette bezeichnete Situation, kann der Anleger dadurch abmildern, indem er vereinbart, dass Erben bedacht werden sollen.

Das kostet bei vielen Riester-Verträgen allerdings wieder zusätzliches Geld.

Ob der Anleger das 85. Lebensjahr erreichen wird, hat die Rentenstatistik des statistischen Bundesamtes ermittelt. Nur 45 Prozent der Männer, die heute 65 sind, erreichen das 85. Lebensjahr. Bei Frauen liegt die Quote immerhin bei 64 Prozent. Für die Versicherungen ist eine solche Situation ein Gewinn. Riester-Sparer werden sich daher fragen, ob Sie bei Kenntnis dieser Tatsachen überhaupt einen Riester-Vertrag abgeschlossen hätten und ihr Sparguthaben nicht in eine andere Form der Altersvorsorge investiert hätten.

Beispiel 2: Einen Gesamtschaden von bis zu 160 Millionen Euro müssen bis zu 70.000 Riester-Sparer befürchten. Nach Mitteilungen des Handelsblatts seien Kunden des Versicherungskonzerns Ergo zu hohe Verwaltungskosten berechnet worden. Diese Fehlberechnung könne dazu geführt haben, dass der Versicherungskonzern bis zu 160 Millionen Euro verdient habe, die ihm gar nicht zustehen würden. Die Verträge seien noch von der Hamburg-Mannheimer-Versicherung abgeschlossen worden. Diese ist nunmehr in der Ergo-Versicherungsgruppe aufgegangen.

In dem betroffenen Zeitraum aus den Jahren 2005 und 2006, habe die Hamburg-Mannheimer etwa 215.000 Riester-Verträge abgeschlossen. Von der Fehlerhaftigkeit seien zirka ein Drittel der Verträge betroffen. Die genaue Zahl stehe bislang noch nicht fest. Die Versicherungsgesellschaft spricht von 14.000 möglicherweise betroffenen Verträgen.

Nach Schätzungen könnten aber durchaus auch 100.000 Riester-Rentner betroffen sein, so das Handelsblatt.

Nach der Beispielrechnung eines ehemaligen Generalvertreters der Hamburg-Mannheimer-Versicherung würde ein Durchschnittskunde mit einem Monatsbetrag von 80 Euro mit seiner Police im Vertragszeitraum rund 2.300 Euro schlechter gestellt, als dieses angeboten worden sei. Während die Versicherungsgesellschaft zunächst angegeben habe, dass es sich um Einzelfälle handele, räumte sie am 9. Juni 2011 in einer Stellungnahme im Internet ein, dass ein größerer Fehler aufgefallen sei. Für viele Riesterer besteht die Schwierigkeit darin, dass die komplexen Verträge nur schwer zu durchschauen sind. Wer bislang nicht feststellen konnte, ob sein Altersvorsorgevertrag um 2.300 Euro zu gering ist, wird auch bei einer Neuberechnung durch die Versicherung kaum nachvollziehen können, ob sein Vertrag jetzt richtig berechnet wurde.

Beispiel 3: Wichtig für die Altersvorsorge ist natürlich die Frage, in welcher Höhe die Riester-Rente denn ausgezahlt werden wird. Mit Hilfe eines Diplom-Mathematikers hat Öko-Test verschiedene Angebote von Riester-Anbietern untersucht (Öko-Test 6/2011).

Die Untersuchung listet auf, das Anleger bei dem besten Anbieter fast 25 Prozent mehr Rente erwarten können, als bei dem schlechtesten Anbieter.

Die Unterschiede liegen auch hier bei den Kosten des Anbieters. Bei einzelnen Anbietern sind die Kosten so hoch, dass die staatliche Zulage nahezu vollständig aufgezehrt wird. Die Rentenrendite wurde in vielen Fällen bei unter einem Prozent ermittelt. Hier muss sich der jeweilige Berater des Riester-Sparers fragen lassen müssen, ob nicht eine andere Altersvorsorge effektiver gewesen wäre.

Für viele Anleger stellen sich daher Fragen:

  • Ist mein Riester-Vertrag betroffen?

  • Soll ich den Altersvorsorgevertrag aufkündigen?

  • Was ist mit meinen Steuervorteilen, wenn ich die Kündigung ausspreche?

  • Kann ich erreichen, dass die Versicherung meinen Vertrag ändert?

  • Habe ich einen Schadensersatzanspruch gegen meine „Riester-Gesellschaft“?

  • Hat mich mein Berater schlecht beraten und haftet er dafür?


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Über den Autor

RA Hauke Maack

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