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Klimaboden II

Der Verarbeiter von textilen Bodenbelägen für einen Klimaboden muss spezifische Gegebenheiten berücksichtigen.

Die luftdurchlässigen Teppichbodenbahnen sind auszulegen und sofern ein Musterrapport vorhanden ist, ist dieser in der Raummitte möglichst passgenau anzugleichen. Nach dem Schneiden der Nähte werden die Bahnen rechts und links entlang der geschnittenen Naht zurückgeklappt, so dass der speziell entwickelte Kleber mit Walze aufgetragen wird. Der Klebstoff muss in seiner Konsistenz so eingestellt sein, dass der Kleber mit der Walze aufgetragen werden kann, aber nicht so flüssig ist, dass er in die Öffnungen des Lüftungssystems einläuft oder keine ausreichende Menge stehen bleibt, um eine flächige Rückseitenbenetzung des Teppichbodens zu erreichen. Dies zeigt, dass die Systemanforderung von der Planung bis zur fertigen Verlegung durchgängig sein muss.

Es versteht sich von selbst, dass der Kleber möglichst schnell aufzutragen ist, um die Teppichbahnen unmittelbar nach dem Kleberauftrag einzulegen. Hier ist sehr schnelles Arbeiten erforderlich, da das Auftragen des Klebers mit der Walze in aller Regel etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt als der Kleberauftrag mit der Zahnspachtel (dies ist natürlich durch die Lochungen nicht möglich). Das Einlegen der Teppichbahnen, das Ausrichten des Musters und das Anreiben beziehungsweise das Anwalzen kann dann wie bei allen anderen textilen Bodenbelägen vorgenommen werden. Bezüglich des Musterausrichtens sind die Teppichböden meist elastischer und leichter anzugleichen als andere Teppichböden, bei denen zum Beispiel ein Textilrücken aufkaschiert ist. Denn dieser führt zu einer Versteifung der Konstruktion.

Wie bei allen verlegten Teppichböden, ist die Fläche nach dem Verlegen des Teppichbodens vor Anschmutzungen in der Bauphase zu schützen.

Ferner muss auch von Seiten des Gebäudenutzers die Reinigung des Teppichbodens besonnen und gründlich durchgeführt werden. Der Einsatz von objektgeeigneten Bürstsaugern mit motorbetriebener Bürstenwalze ist äußerst wichtig, um eine gleichmäßige Entstaubung der Fläche vorzunehmen. Darüber hinaus sind Zwischenreinigungen sehr wichtig, da Grundreinigungen im Shampoonier- und Sprühextraktionsverfahren, wenn überhaupt, nur eingeschränkt möglich sind. Eine Durchnässung des Systems kann je nach Bodenbelagkonstruktion zu Schäden führen.

Vom Betreiber des Gebäudes muss auch darauf geachtet werden, dass die angesaugte Frischluft von außen über ein geeignetes Filtersystem in das Gebäude geführt wird. Meist werden so genannte Taschenfiltersysteme verwendet. Hierbei ist die Feinheit des Filtersystems ebenso wichtig wie das rechtzeitige Wechseln der Taschenfilter. Denn die Feinstaubdiskussion zeigt uns allen, dass in der Außenluft feiner Staub und Partikel vorhanden sind. Diese können durch das Ansaugen und durch das Weiterführen in den Unterboden über die Lüftungsschlitze in den Teppichboden gelangen. Dies kann zu Anschmutzungen im Bereich der Lüftungsschlitze infolge des Einschleusens der verunreinigten Luft führen.

Zusammenfassend kann zum Ausdruck gebracht werden, dass die Klimatisierung über die Fußbodenkonstruktion aufgrund vieler Vorteile stetig zunehmen wird.

Es handelt sich somit um ein System, mit dem sich nicht nur die Teppichbodenhersteller, sondern auch die Verlegebetriebe immer mehr auseinandersetzen müssen. Darüber hinaus ist aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Diese Fußbodensysteme erfordern exakte, planerische Vorgaben in Abstimmung des Klimaplaners bis hin zu umfangreichen Prüfzeugnissen des Teppichbodenherstellers.

Auch in der Bauphase ist darauf zu achten, dass beispielsweise der Betonboden mindestens eine Imprägnierung, besser eine Beschichtung, erhält, um den Hohlraum zwischen dem Betonboden und dem aufgeständerten, luftführenden Hohlboden möglichst schmutzfrei zu halten. In der Bauphase dürfen keine Anschmutzungen in den Hohlraum gelangen, da sonst Anschmutzungen am Teppichboden erkennbar werden. Letztendlich muss auch das Heizsystem in bestimmten Zeitintervallen gewartet werden, so dass die Luftfiltersysteme rechtzeitig gewechselt werden, um Feinstaubverfrachtungen im System zu vermeiden.

Darüber hinaus sollte die Frischluft so angesaugt werden, dass möglichst keine Autoabgase oder sonstige aggressive Luftbestandteile angesaugt werden. Dies alles ist in der Planungsphase zu berücksichtigen, um ein funktionsfähiges Klimasystem herzustellen. Bei der späteren Nutzung freuen sich alle über ein gleichmäßiges, ausgewogenes Raumklima.


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Über den Autor

Peter Schwarzmann

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