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Immobilienrecht - Abwasserrohre

Publiziert von:
Dipl.-Ing. Christian Ferch
am 04.12.2009


Abwasserrohre

2015 ist eine Jahreszahl, die manchen Hausbesitzern bereits bekannt ist und mit der er Kosten und Unannehmlichkeiten verbindet.

Sind die Abwasserrohre dicht? Gerade in NRW wird mit dem § 61a Landeswassergesetz dem Thema „Nachweis der Dichtheit von Grundstücksent­wässerungsanlagen“ besondere Bedeutung geschenkt. Bis Ende 2015 hat jeder Grundstückseigentümer seine Abwasserrohre von einem Sachkundigen auf Dichtheit überprüfen zu lassen. Doch wie geht das? Wer ist sachkundig und macht so etwas? Was ist, wenn die Abwasserleitungen nicht dicht sind? Und was kostet das alles?

Hier wird der Bürger oft allein gelassen. Es gibt Kommunen die gemäß Ihren Verpflichtungen informieren und aufklären. Begleiten und dem Hilfesuchenden zur Seite stehen können sie nicht. Der Einflussbereich der öffentlichen Stellen endet an der Grundstücksgrenze. Auch wenn gerne geholfen würde, es fehlt an Zeit und Personal. Also sucht man im Internet oder in den Gelben Seiten nach Fachfirmen für Abwasser. Welches Fach ist denn überhaupt das Richtige, Heizung-Sanitär, Rohrreinigung? Kanalinspektion und Kanalsanierung trifft es für Abwasserrohre auf jeden Fall besser.

Was nützt schon eine Dichtheitsprüfung mit Wasser oder Luft und dem Ergebnis, dass der Kanal undicht ist, aber wo, kann keiner sagen?

Eine optische Dichtheit der Abwasserrohre ist in den meisten Kommunen das geforderte Maß. Sie ist immer Grundvoraussetzung für einen vernünftigen Start in das Projekt. Hier kann man mit Kosten von etwa 500 Euro für eine komplette TV-Untersuchung eines durchschnittlichen Einfamilienhauses rechnen. Angebote an der Haustür für weit unter 100 Euro sind lediglich „Türöffner“ für überteuerte Sanierungen! Wie aber kann man sehen, ob eine Leitung dicht ist?

Grundsätzlich kann man es nicht. Was der Fachmann (und meist auch der Laie) sehen kann ist, ob die Abwasserrohre undicht sind. Risse, Brüche, Wurzeleinwuchs oder der direkte Blick in das das Rohr umgebene Erdreich sind eindeutige Anzeichen für eine Undichtigkeit. Manche Stellen sind grenzwertig, hier greift der Sachverständige auf seine Erfahrungen und seinen Sachverstand zurück, um die Fragestellung zu beantworten.

Eine seriöse Kanalsanierungsfirma wird den Kunden sicher gut beraten und die Abwasserrohre gegebenenfalls mit Kurzlinern beziehungsweise Inlinern sanieren.

Manche Kunden fragen nach den Einheitspreisen um die Sanierung kostengünstig durchführen zu lassen. Hier sind manchmal durchaus Unterschiede von zehn bis 20 Prozent zu erreichen. Aber unterliegen nicht alle diese Firmen dem wirtschaftlichen Zwang, das Unternehmen mit Arbeit zu versorgen? Die Kostenersparnis liegt nicht in diesen maximal 20 Prozent. Ein Sanierungsmeter mehr oder weniger schlägt viel intensiver zu Buche. Ein Sanierungsberater wird Ihnen die wirtschaftlich günstigste Variante vorstellen und nicht nur ein Produkt, das ein Unternehmen im Lagerbestand hat. Und es wird auch nur dort saniert, wo wirklich Handlungsbedarf besteht.

Zu einer erfolgreichen, kostenoptimierten Sanierung gehört immer ein Lageplan der Abwasserrohre und eine Dokumentation des Inspektionsfilms mit Berichten über den Zustand der Rohre auf CD oder DVD. Eine die Gebäudegegebenheiten berücksichtigende Planung, stellt dann die Basis für eine gesicherte Kostenschätzung dar. Die Kosten für eine neutrale Beratung der Abwasserrohre liegen mit aussagekräftigen Unterlagen bei zirka 350 Euro für ein Standardhaus. Die sind schon bei zwei Metern eingesparter Liner wieder eingespielt. Lassen Sie sich bei der Überprüfung und einer eventuellen Sanierung Ihrer Abwasserrohre von einem qualifizierten Sachverständigen unterstützen, es lohnt sich.

Stand: 04.12.2009