Zivilrecht - Tanzverletzung

AdvoGarant

Haftung der Beteiligten bei einem gefährlichen Tun

Einige Gäste auf einer Geburtstagsfeier führten einen Tanz aus, bei dem sie auf eine wilde Art hin und her sprangen. Möglicherweise handelte es sich auch um eine Art Rempeltanz, bei dem sich die Teilnehmer wechselseitig an den Schultern geschubst und dabei versucht hätten, sich die Beine wegzutreten. Nachfolgend kam es zu dem Sturz mehrerer Leute, bei dem sich der Kläger mehrere Verletzungen zuzog. Das Oberlandesgericht wies als Berufungsinstanz seine Klage ab. Es berief sich dabei darauf, dass selbst bei Ausführung eines Rempeltanzes keine Haftung eintrete, weil der Kläger sich durch die Teilnahme dem Risiko einer Verletzung ausgesetzt habe. In einem solchen Fall verstoße die Heranziehung zur Haftung gegen Treu und Glauben.

Der Bundesgerichtshof hob diese Entscheidung der Vorinstanz auf. Das Oberlandesgericht habe nicht einfach davon ausgehen dürfen, dass im Falle der Ausführung des Rempeltanzes die Haftung wegen der Inkaufnahme einer Verletzungsgefahr entfalle. Die Grundsätze der bewussten Risikoübernahme führten nur in besonderen Ausnahmefällen zu einer Haftungsfreistellung. Dies setze bei einem sportlichen Kampfspiel voraus, dass die Teilnehmer verbindliche Regeln vereinbart hätten, die auf den Schutz der körperlichen Unversehrtheit hin abzielten. Dies sei vorliegend jedoch nicht der Fall gewesen.

BGH vom 07.02.2006, Az. VI ZR 20/05

Stand: 06.04.2006

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