First Real Estate Grundbesitz GmbH insolvent - Schneeballsystem bewahrheitet?
Wie das Amtsgericht Düsseldorf bestätigte, hat die First Real Estate Grundbesitz GmbH (FRE) Insolvenzantrag gestellt. Das Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der Düsseldorfer Kapitalanlagefirma wird seit dem 6. Februar 2007 unter dem Aktenzeichen 501 IN 31/07 geführt.
Laut Informationen des Deutschen Instituts für Anlegerschutz (DIAS) sind von der Insolvenz circa 8000 Anleger betroffen, die in der Vergangenheit rund 60 Millionen Euro bei der First Real Estate Grundbesitz GmbH investiert haben. Besonders betroffen könnten diejenigen sein, die die Anleihen mit einer Laufzeit von unter 12 Monaten erworben haben, da diese nicht der Kontrolle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unterliegen.
Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen Verantwortliche der First Real Estate wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug.
Diesem Ermittlungsverfahren folgte nunmehr eine Strafanzeige wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung, welche die Staatsanwaltschaft Düsseldorf aktuell untersucht.
Im Sommer 2006 bat die First Real Estate Grundbesitz GmbH eine Vielzahl ihrer Anleger um Stundung der noch gegenüber den Anlegern bestehenden Zahlungsverpflichtungen. Folglich leistete sie im August 2006 fällige Zinszahlungen nicht. Zuletzt blieb und bleibt die FRE für all diejenigen, die ein informatorisches Interesse an der Entwicklung hinsichtlich der Anlage und vor allem an dem von ihnen eingebrachten Kapital haben, unerreichbar.
Anleger sehen sich nunmehr in ihren seit geraumer Zeit gehegten Befürchtungen, im vorliegenden Fall in ein Schneeballsystem investiert zu haben, bestätigt.
Höchst wahrscheinlich wurden neue Kapitalressourcen auf illegitime Weise beschafft, um die Forderungen der Altanleger überhaupt befriedigen zu können. Dass dabei ein Großteil des generell eingebrachten Kapitals auf der Strecke bleiben muss, ist klar.
Bereits 2003 warnte der Branchendienst Kapitalmarkt Intern (KMI) vor Anleihen der First Real Estate. Besonders - so die KMI - ging aus den dürftigen Prospektangaben nicht hervor, welche Erfahrungen das Unternehmen oder seine Geschäftsführer bereits haben. Offen gelegt wurde von der FRE ebenso wenig, dass Inhaberschuldverschreibungen wirtschaftlich einem Kreditantrag gegenüber potentiellen Kapitalanlegern gleichkommen und welche Risiken damit verbunden sind.
In jedem Fall ist Anlegern anzuraten, die zivil- oder strafrechtlichen Ansprüche prüfen zu lassen.
Stand: 12.02.2007
