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Verbraucherrecht - Busreisen

Publiziert von:
Freier Journalist Jörg Stroisch
am 10.01.2006


Selbst in die entferntesten Winkel fahren sie als Linie. Auch Pauschalreisen können im Bus deutlich günstiger sein als mit anderen Verkehrsmittel.

Der Urlaub mit dem Bus ist eine günstige Alternative, europaweit. Komfort mit dem 5-Sterne-Bus oder durchzechte Nächte mit der Partygesellschaft, für jeden Geschmack und Geldbeutel gibt es das passende im Reisekatalog. Zwischen den Metropolen Europas pendeln Linienbusse oftmals täglich. Köln – Sevilla in 29 Stunden und für 240 Euro (Hin- und Rückfahrt), Kinder unter zwölf Jahren fahren für 120 Euro mit, der Fahrtmarathon kann beginnen.

Sicherheit ist oberstes Gebot

“Es ist einfach nicht möglich, für neun Euro nach Madrid zu fahren, ohne dabei Abstriche bei Sicherheit, Komfort und Reisespaß in Kauf zu nehmen.”, warnt Alfred Fuhr, Leiter des Instituts für Verkehrssoziologie beim Automobilclub AvD. 85 Millionen Reisegäste fahren nach Schätzungen des ADAC jährlich mit dem Reisebus. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind klar geregelt. Bei längeren Strecken sollten zwei Fahrer an Board sein, alle viereinhalb Stunden mindestens 45 Minuten Pause machen (oder verteilt). Nach neun Stunden muss der Fahrer wechseln. Tempo 100 ist Maximalgeschwindigkeit mit den Gefährten. Fahrgäste sollten sich vor Fahrtantritt die Sicherheitsvorkehrungen des Busses anschauen, Notausstiege, Feuerlöscher und Nothämmer.

Alfred Fuhr: “Ich empfehle die in Verbänden organisierten und lange am Markt agierenden Unternehmen, die mit erfahrenen Buspiloten arbeiten. Etwas teurer sind Anbieter, die auf die für Reisende “billigeren” aber für die Fahrer stressigeren Nacht–Fahrten verzichten.” Der Busfahrer sollte während der Fahrt unter keinen Umständen abgelenkt werden, dann ist die Fahrt auch sicher. Alfred Fuhr: “Den Anweisungen der Busfahrer sollte immer gefolgt werden, sie haben einfach größere Erfahrungen mit den Risiken der Strecke. Ein geschulter Busfahrer ist immer dafür dankbar, wenn ihn der Fahrgast auf seltsame Geräusche oder andere für ihn unerklärliche Beobachtungen zuerst hinweist, bevor er gleich zum Handy greift und die Polizei anruft, weil er das Geräusch der Klimaanlage, der Reifen auf nassem Asphalt oder das normale Aufschaukeln des Busses bei Spurrillen bereits für einen technischen Fehler oder Anzeichen von Übermüdung des Fahrers hält.”

So ist die Busreise bequem

Nicht empfehlenswert ist der Aufenthalt in den Busgängen. Er sollte so kurz wie möglich gehalten werden. Viele Buse besitzen mittlerweile Anschnallgurte, die natürlich die Sicherheit erhöhen. Wen die Reiseübelkeit packt, der sollte vor allem erst einmal auf Alkohol, Zigaretten und Koffein verzichten. Besonders weit vorne mit Blick durch die Frontscheibe sind die Sitzplätze gegen die Übelkeit. Kinder langweilen sich auf Busreisen ziemlich stark, ein paar Reisespiele machen die Reise kürzer. Vorsicht: Nicht jeder kann bei holpriger Strecke ein Buch lesen. Und bevor die Strecke nach Sevilla in einem Stück befahren wird, ist eine Übernachtung als Zwischenstop eine gute Investition. Denn 29 Stunden auf der Piste verkraftet ein Urlauber nur schwer.

Stand: 10.01.2006

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