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Praxistipp - Mediation

Publiziert von:
RAin Erika Lochner
am 21.03.2005


Mediation

Konfliktbewältigung durch Mediation statt durch ein Urteil.

Der Streit vor Gericht ist nicht immer der beste und vor allem nicht der schnellste Weg um zu einer interessengerechten Lösung des Problems zu gelangen.

Eine Alternative zur bisherigen Streitkultur bietet die Mediation. Die Mediation ist eine Methode mit der eine neutrale, eigens dafür ausgebildete Person – der Mediator/in – zwei oder mehr Parteien dabei unterstützt, den Konflikt selbst zu lösen. In der Mediation entscheiden die Parteien selbst. Der Mediator ist kein Richter und kein Schiedsrichter, auch kein Therapeut. Seine Rolle besteht darin, die Parteien bei der Formulierung ihrer Positionen zu unterstützen. In einem nächsten Schritt hilft er, gemeinsame und unterschiedliche Interessen festzustellen, um daraus Lösungswege zu entwickeln, die für alle Beteiligten zufriedenstellend sind.

Ziel der Mediation ist eine rechtsverbindliche Vereinbarung, die alle Konfliktparteien unterzeichnen und anschließend umsetzen.

Hier entscheidet weder ein Richter noch ein Schiedsrichter sondern die Parteien selbst. Sie erarbeiten autonom, unter Mithilfe des speziell hierfür ausgebildeten Mediators, ihre eigenen Regeln für die Zukunft. Die Mediation ist nicht wie die traditionellen Verfahren auf Vergangenheitsbewältigung beschränkt, sondern gegenwarts- und zukunftsorientiert.

Vorteil der Mediation gegenüber dem gerichtlichen Verfahren ist vor allem, dass die Parteien selbst die Kontrolle über das Verfahren, die Verhandlungen und das Ergebnis haben. Im gerichtlichen Verfahren entscheidet ein unparteiischer Dritter, der Richter, den Konflikt. Der große Nachteil liegt vor allem darin, dass niemand den Ausgang des Verfahrens sicher vorhersehen kann und die Parteien an das Urteil gebunden sind. Oft kann ein Urteil die Parteien nicht abschließend befriedigen, so richtig es juristisch gesehen auch sein mag. Hinzu kommt eine zum Teil sehr lange Verfahrensdauer. Die Mediation ermöglicht hingegen Lösungen, die allen Konfliktparteien und allen notwendigen Aspekten gerecht werden.

Stand: 21.03.2005