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Mediation - Mediation im Familienrecht

Publiziert von:
RA und MED Martin Callies
am 18.10.2007

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Mediation ist in der breiten Bevölkerung immer noch recht unbekannt.

Manche meinen, es habe etwas mit Medien zu tun, häufig wird es mit Meditation verwechselt - es handele sich um „irgendetwas aus Indien“. Einige halten es für etwas ähnliches wie ein Verfahren beim Schiedsmann und es hat schon Schiedsmänner gegeben, die Konkurrenz in ihrem Bereich befürchteten. Von Rechtsanwälten, die in ihrer Rolle als Parteivertreter aufgehen, wird es skeptisch als “wir haben uns alle lieb” – Getue angesehen, in der Auffassung, dass man so etwas ohnehin bei Vergleichsgesprächen mache. All das ist nicht richtig.

Mediation heißt übersetzt „Vermittlung“.

Der Begriff hat in Europa eine lange Tradition, die aber in Vergessenheit geraten ist. So war schon ein venezianischer Gesandter als Mediator am Westfälischen Frieden beteiligt. Mediation ist damit nur über die USA zu uns zurückgekehrt.

Das Rechtssystem in den USA und in anderen Ländern, die so etwas wie Prozesskostenhilfe nur in bestimmten Fällen kennen, machte es notwendig, alternative Konfliktlösungsmöglichkeiten zu suchen. Man könnte also sagen, dass unser Rechtssystem in Deutschland zu sozial und zu effizient ist, um nach anderen Möglichkeiten zu schauen.

Mediation ist ein außergerichtliches Verfahren zur Lösung von Konflikten, die von den Parteien selbst erfolgt. Der Mediator ist nur neutraler Dritter, der die Parteien dabei unterstützt.

Warum können die Parteien das nicht selbst ?

Schon weil die meisten Menschen nicht bereit oder in der Lage sind, Anderen wirklich zuzuhören. Das ist aber die Voraussetzung für Verständnis und damit für eine dauerhafte Lösung. In der Mediation wird daher hinter die Forderungen geschaut, nach den Interessen und Bedürfnissen der Parteien. In einer guten Lösung werden diese befriedigt.

Dann sind auch plötzlich Lösungen möglich, die allen Parteien einen Vorteil bringen, es muss nicht einer auf Kosten eines anderen gewinnen.

Wo ist Mediation möglich?

Mediation eignet sich für fast alle Konflikte. Sie wird in verschiedenen Bereichen praktiziert, vom Tarifkonflikt bei der Bahn (wo eine erfolgreiche Mediation Kosten in Millionenhöhe verhindert hätte) bis zu Konflikten unter Schülern.

Für mich ist Mediation besonders verdienstvoll im juristischen Bereich. Jede erfolgreiche Mediation verhindert ein Gerichtsverfahren, befriedet die Parteien und ermöglicht Lösungen, die vor Gericht nicht möglich wären.

Besonders Kinder profitieren, wenn sie keinem Verfahren über Sorge- und Umgangsrecht ausgesetzt sind, sondern ihre Eltern auch bei Trennung eine einvernehmliche Lösung finden.

Ich trete daher dafür ein, vor jedem Rechtsstreit Mediation ernsthaft zu erwägen – auch wenn das meiner Arbeit als Rechtsanwalt nicht förderlich ist.

Stand: 18.10.2007