Entsendung
Mitarbeitereinsatz im Ausland.
Wenn Sie im Begriff sind, ausländische Absatzmärkte zu erschließen oder ausländische Fertigungsstätten zu errichten, eine Repräsentanz, eine Zweigniederlassung oder eine Tochtergesellschaft im Ausland gründen wollen, werden Sie an der Entsendung von Mitarbeitern aus dem Stammhaus künftig nicht vorbeikommen. Selbstverständlich gibt es auch andere Modelle. Die Frage ist, welches Modell ist für Ihr Unternehmen das sinnvollste.
Die Entsendung eines Mitarbeiters ins Ausland ist eine komplexe Entscheidung, die sich aus persönlichen, wirtschaftlichen, steuerlichen, sozialversicherungs- und arbeitsrechtlichen sowie unternehmerischen Aspekten zusammensetzt.
Dabei handelt es sich selten um eine isolierte Entscheidung. Das Unternehmen benötigt eine Globalisierungs- oder eine Internationalisierungsstrategie, die Aufwand und Nutzen abwägt und die maßgeblichen Entscheidungen beinhaltet, damit nicht immer wieder ein neuer Ansatz gesucht werden muss. Die Vertragsgestaltung, das Austarieren von Vor- und Nachteilen, die einzelnen Regelungsgegenstände, die Bedeutung der Rechtswahlklausel und die Probleme von Fehlern in diesem Zusammenhang müssen aufgeklärt werden.
Immer wieder ist die Frage der Reintegration von Expatriates eine ernsthafte Lage für Interessenkollisionen. Plötzlich steht die Investition in den Mitarbeiter auf dem Spiel. Wie kann man in dieser Situation eine vernünftige Lösung herbeiführen? Wie kann man solche Problemfelder umgehen?
Der Schutz des unternehmenseigenen Know-hows spielt gerade bei Auslandstätigkeiten eine bedeutende Rolle.
Wie kann man die Abwerbung von Mitarbeitern verhindern? Wie kann man vitale Betriebsgeheimnisse schützen? Kann man sein Recht auch im Ausland durchsetzen? Bei der Internationalisierung will auch die Durchsetzbarkeit von Rechtspositionen in fremden Rechtskreisen berücksichtigt sein. Ist das Recht Überhaupt im Tatigkeitsstaat durchsetzbar? Welchen Zeitraum muss man dafür einkalkulieren?
In vielen Staaten gilt ein anderes Rechtssystem. Welche Überraschungen kommen auf das Unternehmen zu? Welches Arbeitsrecht gilt beispielsweise in China oder in Indien? Wie kann man den Expatriate motivieren, diese Bedingungen zu akzeptieren?
Von Anfang an sollte Klarheit über die Kosten bestehen, die mit einer Entsendung verbunden sind. Die Erfahrung zeigt, dass es direkte und verdeckte Kosten gibt, die mit einer Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland verbunden sind. Welche Kosten muss man kalkulieren? Wie kann man eine effiziente Kontrolle etablieren?
Das Internationale Steuerrecht hält so manche Überraschung bereit.
In vielen Fällen ist das deutsche Steuerrecht, das Internationale Steuerüberleitungsrecht der Doppelbesteuerungsabkommen und das Steuerrecht im Zielland zu beachten. Im Sinne einer Kostenoptimierung ist eine Steuerstrategie hilfreich, die man nicht dem Zufall überlassen kann. In diesem Feld gibt es auch ein Reihe von formalen Schritten, die man gerne übersieht. Die modernen Doppelbesteuerungsabkommen enthalten zahlreiche Fallstricke, die zu empfindlichen und unliebsamen Überraschungen führen können.
Viele Problemfelder im Bereich des Sozialversicherungsrechtes müssen erkannt und einer vertretbaren Lösung zugeführt werden. Der Schutz des deutschen Pflichtversicherungssystems ist weltweit einzigartig. Eine Lücke infolge einer fehlerhaften Vertragsgestaltung wäre fatal und teuer.
Gerne werden die Einreiseformalitäten verdrängt. Sie sind lästig und kosten vor allen Dingen viel Zeit. Gerade hier ist besondere Aufmerksamkeit gefragt. Die Sanktionen der Staaten sind unterschiedlich intensiv. Sie sind aber vor allen Dingen teuer. Schließlich ist bei einer Auslandsentsendung der maßgebliche Zeitraum von großer Bedeutung für die Vertragsgestaltung und den Vorbereitungsaufwand, der insbesondere auch die notwendigen Personalentscheidungen umfasst.
In Anbetracht des speziellen und komplexen Know-hows einer Auslandsentsendung sind Konflikte immer kostenintensiv und langwierig.
Die Lage bleibt andauernd belastend und lethargisch. In dem Bereich der Auslandsentsendungen gibt es eine spezielle Konfliktlösungstechnik, die die wirtschaftlichen und rechtlichen Interessen der Parteien vernünftig ausgleicht.
Stand: 14.12.2006
